Sonntag, 23. Dezember 2012

4. Adventstürchen






Heute geht die Adventszeit zu ende und die "stille" Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr steht vor der Tür.

Zeit um euch mal zu erzählen wie in Schleswig-Holstein Weihnachten gefeiert wurde bzw. wird. Also.....

                                                Weihnachten in Schleswig-Holstein.

"Vullbuuksabend" (Vollbauchabend) war der bezeichnende Name der Schleswig-Holsteiner für den Weihnachtsabend am 24. Dezember.
Denn das wichtigste am heiligen Abend war und ist heute noch das festliche Essen. Nur an diesem einen Tag im Jahr geschahen zwei wesentliche Dinge:
Es gab kein mittagliches Essen, damit man sich den Appetit für den Abend aufsparen konnte. Am feierlich gedeckten Tisch durften alle, einschließlich Kinder und Gesinde, soviel essen wie sie mochten und konnten.

"Wenn doch erst de Aben keem, da man sülben snitt un sülben itt" reimten die Kinder voller Ungeduld. Es wurden keine Rationen zugeteilt und es gab keinen Buttersee um den man sich streiten musste.
Stattdessen lockte der überaus reichlich bemessene Festschmaus: Grünkohl mit geräuchertem Schweinekopf oder Schweinebacke war das am weitesten verbreitete Weihnachtessen.
Der Grünkohl am Heiligen Abend schmeckte nicht nur gut, sondern es haftete ihm auch die Kraft des ewigen Lebens an, die allen im Winter grünenden Gewächsen zugeschrieben wird.
Der Schweinekopf, oder auch der Kassler, symbolisierte das Tieropfer zur Jahreswende.

Wer es sich leisten konnte brachte einen Sauerbraten auf den Tisch. Enten, Gänse und Karpfen wurden erst später zu weihnachtlichen Festspeisen.

Neben dem Hauptgericht gehörte fast überall im Lande ein sahniger, süßer Reisbrei zur Christnacht, mit reichlich Zucker und Zimt überstreut und mit goldener Butter überglänzt.
Auch anderes Gebäck gehörte zur Weihnachtszeit: Sobald der Dezember kam, fingen die fleißigen Frauen an Kruken und Kannen mit Pfeffernüssen, Schürzkuchen und weißen und braunen Kuchen zu füllen.

Ein traditionelles Essen am Heiligen Abend sah in meiner Familie folgendermaßen aus.
Es gab eine Weihnachtsgans gefüllt mit Boskopp-Äpfeln und Majoran dazu Rotkohl, Sauce und Salzkartoffeln. In späteren Jahren kamen dann noch Kartoffelklöße dazu, weil ich die so gerne esse. ;-)
Am Nachmittag gab es bei uns Heiße Wecken in die Hand um die Zeit bis zum Festessen gegen 18:00 Uhr zu überbrücken.
 


                                                                  Heiße Wecken

Zutaten: 125 g Butter, 125 g Schmalz, 60 g Zucker, 2 mittelgroße Eier, 625 g Mehl, 1 Prise Salz, 1 Prise Kardamom, abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone, 1 Päckchen frische Hefe (42 g), 1/4 l Milch, 125 g Rosinen (wer mag kann noch 125 g Korinten, 100 Zukkade hinzugeben), Butter zum bestreichen.

Fett, Zucker und Eier schaumig rühren. Mehl mit den Gewürzen mischen. Hefe in der lauwarmen Milch gut aufrühren. Alle drei Mischungen zusammenrühren und gut durchschlagen.
Warm stellen und aufgehen lassen. Erneut gut aufschlagen. Fingerdick ausrollen und die Rosinen (und die anderen Zutaten) gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
Quadrate von 10 cm Kantenlänge schneiden. Zu einem Rand formen. Mit ausgelassener Butter bestreichen und kurz noch einmal aufgehen lassen.
Bei 200 Grad (Stufe4) 15-20 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und sofort mit ausgelassener Butter bestreichen. Noch warm essen.

                                                                   Guten Appetit!!!

Ein typischer Heilig Abend in meinem Elternhaus sah folgendermaßen aus.
Oftmals ging mein Vater erst am 24. Dezember mit mir los einen Weihnachtsbaum kaufen. Anlaufstelle war meistens eine Baumschule in einer Nachbargemeinde wo es auch immer ein Karussel und einen umherlaufenden Weihnachtsmann gab der die Kinder mit Kleinigkeiten beschenkte.
Die Auswahl der Christbäume war zwar schon ein wenig eingeschränkt aber wir haben es immer geschafft ein besonders schönes Exemplar zu ergattern.
Meistens gab es für mich noch einen ganz kleinen Weihnachtsbaum den ich mir in mein Zimmer stellen konnte. ( Der war aber wirklich nur vielleicht 30 cm hoch!!!)
Mittags fing meine Mutter meistens langsam an sich um das Weihnachtsessen zu kümmern. Mein Vater und ich schmückten den Weihnachtsbaum und ich ging dann zum Gottesdienst der um 16:00 Uhr begann.
Wenn ich dann gegen 17:30 Uhr wieder zuhause angekommen war, war meistens schon der Tisch gedeckt und der Rest der Familie eingetrudelt. In dem Fall meine Schwester mit ihrem damaligen Mann.
Um 18:00 Uhr wurde dann gegessen und im Anschluß fand dann wohl das wichtigste meiner Kinderzeit statt.

Es gab die lang ersehnte Bescherung. Alle Geschenke wurden verteilt, ausgepackt und gebührend bestaunt.
Dann war für die Kinder nur noch das spielen wichtig während sich die Erwachsenen es sich gemütlich machten.

Soo, irgendwie freue ich mich auf morgen!!! *ggg*

                                        




Pssst!!! Zwei hab ich noch!!! ;-))

Kommentare:

  1. Liebe Andrea,
    ich wünsche Dir vom Norden in Schleswig-Holstein ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest.
    Liebe Grüße
    Heike

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Andrea,

    auch ich wünsche Dir wunderschöne Feiertage! Genieße die Zeit und komme gut ins neue Jahr!

    Liebe Grüße

    Grit

    AntwortenLöschen

Vielen Dank das du dir die Zeit nimmst mir einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich freue mich immer von euch zu hören. Danke

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Ich suche....

eine "alte Freundin" aus Kindheitstagen und vielleicht könnt ihr mir helfen sie zu finden.
Ihr Name ist Marlies ??? geb. Rauschenbach. Sie wohnte mit ihren Eltern Albert und "Lita" (Elisabeth) Rauschenbach in Hamburg/Stellingen. Sie müsste in den 1950´er Jahren geboren sein (sie war etwas älter als meine Schwester) und hat warscheinlich eine Lehre zur Bankkauffrau gemacht.Ihr letzter mir bekannter Wohnort war Norderstedt bei Hamburg. Leider habe ich seit vielen, vielen Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr aber vielleicht kennt sie jemand und kann einen Kontakt herstellen??
Ich würde mich freuen!!